Weitere Bezeichnung: Dourine
Die Beschälseuche ist eine Geschlechtskrankheit, die früher weltweit vorkam. Heute gilt sie in Mitteleuropa, Nordamerika und Australien als getilgt. Trotzdem fallen aber immer wieder Pferde auf, die in ihrem Blut so genannte Antikörper gegen den Erreger der Beschälseuche haben. Das bedeutet, dass sie mit dem Erreger irgendwann Kontakt gehabt haben müssen. Meist fallen diese Pferde bei Handels- oder Zuchttauglichkeitsuntersuchungen auf. Häufig handelt es sich um Pferde, die aus Risikoländern importiert wurden. Seltsamerweise treten Antikörper gegen die Beschälseuche aber auch bei im Inland geborenen Pferden auf, die in ihrem gesamten Leben keine Krankheitsanzeichen gezeigt haben. Insofern hat die Beschälseuche auch in unseren Breiten heute noch eine gewisse Bedeutung.
Die Ursache für Beschälseuche ist eine Infektion mit dem einzelligen Parasiten Trypanosoma equiperdum. Der Parasit besiedelt zunächst die Schleimhaut der Geschlechtsteile. Von dort kann er sich im gesamten Körper verbreiten und letztendlich auch das Nervensystem befallen.
Die Parasiten werden beim Deckakt von Tier zu Tier übertragen. Sie können jedoch auch durch Geräte, an denen Erreger haften, bei der Besamung oder bei der Reinigung der Geschlechtsteile übertragen werden.
- Schwellung der Geschlechtsteile
- knotige Schwellungen der Haut (Quaddeln)
Zu Beginn der Erkrankung sind Penis bzw. Scheide stark angeschwollen und gerötet, in der Fachsprache nennt man dies Ödem. Es kann zu schleimigem Ausfluss kommen. Im weiteren Verlauf bilden sich knotenartige Geschwüre auf der Schleimhaut der Geschlechtsteile. Etwas später können im Hals-, Schulter- und Brustbereich sowie auf der Kruppe ebenfalls kreisrunde Schwellungen entstehen, die bis zu 20cm im Durchmesser betragen können. Sie werden als Talerflecken bezeichnet. Die Geschwüre heilen unter Krustenbildung ab, tief greifende Geschwüre können auch Narben hinterlassen. Bei der Heilung „entfärbt“ sich die Haut und es bleiben weiße Flecken zurück, die so genannten Krötenflecken. Im Anschluss an die beschriebenen Symptome können Lähmungen auftreten, die bis zum Festliegen des Pferdes führen können. Die Pferde magern ab und haben immer wieder Fieber. Dieser Verlauf kann sich über Monate hinziehen.
Die klinischen Symptome sind bei Beschälseuche relativ typisch, insbesondere die Taler- und Krötenflecken. Verdächtig ist immer der Krankheitsausbruch von mehreren Stuten, die vom gleichen Hengst gedeckt wurden. Für die Diagnosesicherung müssen zusätzlich Tupferproben aus dem Geschlechtstrakt genommen und in einem Labor auf den Erreger untersucht werden.
Der Ausbruch der Beschälseuche wird als Seuche angesehen und unterliegt staatlichen Seuchenschutzbedingungen. Im Seuchenfall können daher von den Behörden der staatlichen Tierseuchenüberwachung verschiedene Maßnahmen angeordnet werden, um die Seuche zu bekämpfen. Maßnahmen können z.B. folgendermaßen aussehen:
- Verbringungsverbot erkrankter Tiere oder
- Zuchtverbot erkrankter Tiere oder auch
- Tötung erkrankter Tiere.
Falls eine Behandlung erlaubt wird, so gibt es spezielle Medikamente für die Bekämpfung der Trypanosomen.
Der Verlauf der Krankheit kann sich über Monate hinziehen und insbesondere in den Tropen auch zum Tod des Pferdes führen. Die Behandlung ist schwierig und führt nicht immer zum Erfolg. In unserer Klimazone heilt die Krankheit jedoch in den meisten Fällen nach einigen Monaten aus.
Die Einfuhr von Pferden aus Ländern, in denen die Beschälseuche vorkommt, ist an strenge Auflagen gebunden. So soll eine Wiedereinschleppung verhindert werden. Details können beim Veterinäramt erfragt werden.
Die Beschälseuche ist eine anzeigepflichtige Erkrankung. Das bedeutet, dass bereits der Verdachtsfall unverzüglich dem Veterinäramt gemeldet werden muss.