Strahlfäule
Die Strahlfäule ist meist auf mangelnde Hygiene zurück zu führen. Das Pferd steht mit seinen Hufen in feuchtem Einstreu. Der Ammoniak von Kot und Urin weicht das Horn durch seine chemische Zusammensetzung auf und macht es anfällig für Bakterien. Diese dringen mit der Zeit tief ein und zersetzen besonders nachhaltig den Strahl. Dieser verliert seine Stabilität und seine Fuktionfähigkeit wird stark eingeschränkt. Im fortgeschrittenen Stadium wird er immer kleiner und verliert den Kontakt zum Boden. Der Hufmechanismus kann nicht mehr voll stattfinden. In Folge kann es zu Trachtenzwang und Lahmheit kommen, da der Gegendruck geringer ist, den der Strahl normalerweise auf den Trachtenbereich ausübt. Weiterhin wird die Stossdämpfung beim Auffussen beeinträchtigt.
Oberstes Gebot ist in diesem Fall eine tägliche Reinigung und Desinfektion, sowie gute Stallhygiene. Tägliches, gründliches Ausmisten und trockenes Einstreu sollten selbsverständlich sein.
Neben der täglichen Pflege der Hufe und besonders des Strahls, fördert ausgiebige Bewegung und Schritt auf harten, trockenen Böden die Regeneration.
DieFolgen einer ausgeprägten Strahlfäule. Nachdem diese mit einem lokalen Antibiotikum und pingeliger Stallhygiene ausgeheilt werden konnte, zeigen sich noch Spätfolgen. Die äussere Trachtenregion des linken Vorderhufes musste komplett entfernt werden, um ein unkontrolliertes Abbrechen zu verhindern. Bakterien hatten eine Zusammenhangstrennung zwischen dem bereits existierenden und dem nachwachsenden Horn verursacht. Der gesamte Trachtenbereich war dadurch unterhöhlt und instabil.
Der Huf wurde für ca. 10 Tage mit einem stabilen Hufschuh dauerhaft versorgt. Das Pferd konnte sich weiterhin im Offenstall bewegen.
Strahlfäulebehandlung
Zuerst wird der Huf mit Wasser und Bürste gesäubert und abgetrocknet. Dann wird der Strahl freigeschnitten und modrige Stellen freigelegt. Nun kann gründlich mit drei-prozentiger Wasserstoffperoxid-Lösung gespült werden. An den schwer zugänglichen Stellen, wie zum Beispiel der mittleren Strahlfurche, nimmt man eine Spritze zur Hilfe. Oftmals ist besonders die mittlere Strahlfurche sehr tief und der Ballen kann befallen sein. Hier ist es umso wichtiger gründlich zu spülen, da der Strahl von innen heraus nachwächst, wozu dieser Bereich besonders sauber sein muss.
Je nach Schweregrad der Fäule kann ein Antibiotikum hilfreich sein (Tierarzt) oder es wird mit einem stärkeren Desinfektionsmittel behandelt.
Zum Schluss wird in die tieferen Furchen ein Hufwachs eingebracht, welches desinfizierend und austrocknend wirkt und das eventuelle Eindringen neuer Bakterien verhindert. Geht das Pferd bereits lahm, kann mit Hufschuhen und Einlagen eine grosse Erleichterung verschafft werden, besonders wenn es bewegt wird.
Hier die Arbeitsschritte nocheinmal zusammengefasst:
- Säubern
- Freischneiden
- Spülen
- Desinfizieren
- Paste einbringen
- Hufschutz