Training im Gelände:

Grundsätzliches:

Training im Gelände motiviert Pferde ,weil es Abwechslung bietet.  Unterschiedliche und unebene Böden fördern Balance unt Trittsicherheit.  Ist ein Pferde schwieriges Gelände gewohnt ,rutscht es auf der Koppel nicht so leicht aus und stürzt oder verletzt sich.  Grundsätzlich sind tiefe Böden wie Äcker eine große Belastung für das Pferd als harte Böden, zum Beispiel ein Trab auf Asphalt.  Läuft das Pferd regelmäßig auf unterschiedlichen harten und weichen Böden, wächst dadurch seine Fähigkeit, damit zurechtzukommen - sein Körper passt sich an.

 

Die nächsten Boxen sind zusammengestelt von Klaus und Anabel Balkenhol und Ute Holm. Wurde jedoch auf diese Seite geschrieben von Caca und Criollogirl99.

Übung 1: Intervalltraining

 

Geeignet für:

  • jedes Pferd
  • fördert Kondition, Geschicklichkeit und Balance
  • stärkt die Muskulatur gleichmäßig; Krafttraining
  • durch die Abwechslungund das nach vorne Reiten gut für unmotivierte Pferde
  • phegmatischew Pferde bekommen mehr Vorwärtsdrang im Gelände
  • fördert Gelassenheit und Ausgeglichenheit bei Reiter und Pferd
  • Das rhythmische Gallopieren mit Tempokontrolle und -regulierung ist das A & O im Parcours oder im Gelände, aber auch für alle anderen Reitervor, bei oder nach Galoppverstärkungen oder dem Durchparieren zum Trab oder Schritt

 

Voraussetzungen:

  • ein nicht zu tiefer Galoppboden
  • bei einem ungestümen Pferd am besten ein Martigal anlegen

 

Vorgehensweise:

  • Was tun wenn
  • Intervalltraining ist dazu da, sich langsam, aber stetig zu steigern.  Überfordern Sie ihr Pferd nicht!  Zu Konditionssteigerungszwecken können sie es zweimal pro Woche einplanen.  Die Intervallphase steigern Sie gleichlang nach Gefühl.
  • Zuerst steht die Lösungsarbeit auf dem Programm: leichtes Traben um die Muskulatur zu lockern.
  • Wichtig beim Intervalltraining: Belastungsphase und Entspannungsphase sollten immer gleich lang sein.
  • Zum Starten des Intervalltrainings galoppieren Sie (je nach Geländebeschaffenheit im leichten Sitz) übetr einen bestimmten Zeitraum, beispieklsweise vier Minuten, in einem rhygmischen, gleichmäßigen Tempo.  Das Pferd darf nich davonstürmen.
  • Hierauf folgend legen sie eine gleichlange Schrittphase ein am lockerem Zügel.  Wenn das Pferd zulässt, auch am lange Zügel.
  • Dann kommt wieder eine Galoppphase, wieder für vier Minuten, dann wieder Schritt.  Diese Intervalle wiederholen Sie am Anfang drei- bis viermal.

 

Was tun, wenn...?:

  • Das Pferd davonjagt: Lassen Sie sich nicht davon abschrecken.  Haben Sie ein junges, ungestürmes Pferd, dann arbeiten sie zuerst auf dem Platz, bis es gelassen genug ist, und gehen dann erst zum Intervalltraining in den Wald.
  • Das Pferd nicht genug GO hat: Machen Sie das Intervalltraining erst wenige Minuten und steigern es dann langsam.  Vielleicht hat Ihr Pferd noch nicht genügend Kondition.

Übung 2: Dressurlektionen im Gelände

 

Geeignet für:

  • jedes Pferd
  • gymnastiziert

 

Vorraussetzungen:

  • Pferd und Reiter sollten die geforderte(n) Lektion(en) bereits sich in der Halle/auf dem Platz beherrschen.
  • ein ruhiges Pferd, das sicher im Gelände ist
  • 

Vorgehensweise:

  • Schulterherein sowie Seitengängeinsgesamt erfordern, dass Ihr Pferd halbe Paraden beherrscht und annimmt und dass es den Schenkel annimmt. Wichtig ist, dass Sie ihr Pferd "bei sich" haben. Gerade bei hibbeligen Pferden muss man mit Gefühl agieren und darf sie nicht überfordern.
  • Das Schulterherein können Sie überall im Gelände üben, wo genügend Platz ist, auf gebogenen und geraden Linien.
  • Wichtig zur Orientierung für ein korrektes Schulterherein ist, dass das innere Hinterbein und das äußere Vorderbein eine Linie bilden. Überprüfen können Sie dies, indem Sie - in Biegungsrichtung - am Pferd hinunterschauen.
  • Der innere vorwärts-seitwärts treibende Schenkel liegt am Gurt und sorgt für die Rippenbiegung sowie die vermehrte Aktivierung des inneren Hinterfußes, der in Richtung Schwerpunkt treten sollte. Der äußere verwahrende Schenkel verhindert das Ausfallen des äußeren Hinterfußes. Der innere Zügel ist leicht angenommen, führt die Vorderhand nach innen und gibt die Stellung vor, während der äußere Zügel leicht nachgibt, um die Schulter vorzulassen, aber nur so leicht, dass die Stellung begrenzt werden kann. Die Hinterfüße spuren parallel, während die Vorderfüße kreuzen.
  • Aus Schulterherein sollten Sie wieder geradeaus reiten.
  • Oft ist es einfacher, das Schulterherein aus einer Biegung heraus  zu beginnen, zum Beispiel aus einer Volte heraus.
  • Weitere Lektionen wie Zügel Aufnehmen und wieder Nachgeben, Paraden, Zulegen und wieder Aufnehmen, Arbeitstrab, versammelter Trab und Tempounterschiede können Sie schon beim Lösen mit in die Geländearbeit aufnehmen.
  • Lektionen können sie an verschieden Phasen des Ausritts einfließen lassen. Wichtig ist, dass das Pferd Entspannungsphasen bekommt und den Ausritt genießen kann.
  • Irgendwann ist es wichtig, das Pferd in Ruhe zu lassen und am Ende am langen Zügel nach Hause zu reiten.

 

Übung 3: Bergauf- und Bergabreiten

 

Geeignet für:

  • jedes gesunde, geländeerfahrene Pferd mit Grundausbildung
  • fördert Kraft, Trittsicherheit und Kondition
  • fördert Balance von Pferd und Reiter

Vorraussetzungen:

  • Ein Vorderzeug am Sattel hilft, den Sattel beim Bergaufreiten in Position zu halten. Trotzdem muss man fest genug gurten, bevor man den berg hoch- oder hinunterreitet.
  • evt. Halfter unter der Trense und langes Führseil mitnehmen
  • Am besten ist es, wenn die Hänge nicht zu lange sind, es gleich wieder runter geht und dann wieder rauf.

Vorgehensweise:

  • Egal ob bergauf oder bergab: wenn möglich eine gerade Linie reiten. Das ist jedoch nur möglich, wenn der Berg kurz genug ist und die Kraft des Pferdes ausreicht, den Berg in einem hochzuklettern. Bei sehr steilen Hängen ist es fast ein Muss. Es kann sehr gefährlich sein, sie in Schlangenlinien zu erklimmen, da das Pferd schnell zur Seite wegrutscht und instabil ist, wenn der Reiter sich nur ein wenig umsetzt.
  • Leichte Steigungen mit einem Trampelpfad oder Weg, auf dem das Pferd einen guten, breiten Tritt hat, können meist gefahrlos in waagrecht beritten werde: Der Trainingseffekt für Trittsicherheit und Kraft beim Pferd und Balance bei Reiter und Pferd ist bei senkrecht Bergauf- und Bergabreiten stärker.
  • Beim Bergaufreiten stelle ich mich in die Steigbügel, lehne mich leicht nach vorne und gebe die Zügelhand vor. Im Westernsattel sollte man sicherheitshalber das Horn in eine Hand nehmen: So rammt man es sich nicht in den Bauch, falls das Pferd rutscht oder stolpert, und man kann sich gut ausbalancieren. Ein Englischreiter kann sich vorne am Sattel festhalten.
  • Bergab reite ich mit dem Oberkörper etwas zurück: Hier habe ich mehr Gewicht in den Steigbügeln und ich versuche, mich so zu setzen, dass die Hinterbeine unter dem Körper sind und das Pferd notfalls auf ihnen ausrutschen kann.
  • Der Reiter muss unbedingt gerade sitzen bleiben: Hängt er links oder rechts zu einer Seite, bringt er sein Pferd schnell aus Balance und dir Trittsicherheit ist gefährdet.

Was tun, wenn...?

  • Das Pferd trabt oder galoppiert bergauf: Viele Pferde wollen von sich aus eine Steigung mit mehr Tempo zurücklegen. Flache Hänge und sehr steile Hänge kann man mit mehr Tempo reiten. Flache Hänge sind eine gute Gelegenheit, um richtig vorwärts zu reiten. Kurze,steile Hänge kann man mit schnellerem Tempo angehen, weil das Pferd sich nach der Steigung wieder recht schnell ausruhen kann. Hänge mit mittelmäßiger Steigung reite ich gerne im Schritt, das gibt Kraft und brauch trotzdem Ausdauer: Trabt oder galoppiert das Pferd trotzdem von sich aus an, pariere ich es vorsichtig durch, sodass es nicht aus der Balance gerät.
  • Der Berg ist zu steil: Hier sollte man der Sicherheit zuliebe absteigen und führen. Das Führseil sollte am Halfter eingehängt und lange genug sein, dass das Pferd hinter dem Führer seine Spur laufen kann. So kann der Führer den Weg am besten wählen und ist außerhalb des Gefahrenbereichs des Pferdes, falls es rutscht unsicher wird oder stürzt.

Übung 4:

Reiten über einen Baumstamm

Geeignet für:

  • jedes gesunde, geländeerfahrene Pferd mit Grundausbildung
  • testet und festigt das Vertrauen zwischen Reiter und Pferd
  • verbessert die Geschicklichkeit des Pferdes
  • fördert das Interesse der Pferdes am Weg/Untergrund
  • verbessert das Körpergefühl: Das Pferd lernt wie hoch es die Beine anheben muss.
  • fördert Selbstbewusstsein und Eigenständigkeit: Das Pferd lernt, selbst zu entscheiden, wo es die Beine hinsetz

Vorraussetzungen:

  • von 10 bis 20 Zentimeter hoher Baumstamm ohne spitze, herausstehende Äste. Ein hoher oder zu dicker Baumstamm kann einen nachteiligen Trainingseffekt haben, weil das Pferd Angst bekommt, Vertrauen verliert und dann auch andere Übungen verweigert. Dicke Stämme sollten nur sehr geübte Reiter angehen
  • rutschfester, trockener Untergrund
  • Reiter und Pferd sollten mühelos über Stangen reiten können: als Vorübung die Stange nicht nur in regelmäßigen Abständen legen
  • Der Reiter sollte sein Pferd sollte sein Pferd gut zwischen den Beinen lenken und vorwärts treiben können.
  • Entweder der Reiter oder das Üferd sollten bereits Erfahrun mit der Übung haben.
  • Toll für geübte Pferde ist ein Waldweg mit vielen Stämmen in unterschiedlichsten Positionen.

Vorgehensweise:

  • Beim Anreiten lasse ich das Pferd den Baumstamm beschnuppern. Es soll gerne daran riechen, den Stamm erkunden und sich selbst ein Bild machen. Anknabbern lasse ich es den Baum nicht, auch nich vor dem Baumstamm grasen.
  • Den Baumstamm reite ich möglichst in der Mitte and (außer das Pferd-Reiter-Team ist bereits sehr geübt und ein Ausweichen unwahrscheinlich). Dabei stehe ich etwas in den Steigbügeln, fast wie im leichten Sitz. Dabei muss man immer darauf gefasst sein, dass das Pferd doch einen Satz mach und den Stamm im Sprung überwinden möchte. Ist das Pferd noch nicht oft über einen Stamm geritten oder ist es ein größerer Stamm, halte ich mich sicherheitshalber mit einer Hand am Horn fest. So vermeide ich, hinter die Bewegung zu geraten oder unangenehmen Kontakt mit dem Sattelhorn.
  • Die Zügelhand schiebe ich vor, sodass das Pferd sich gut über den Stamm in die Tiefe strecken kann. Der Hals soll nach unten gehen und das Pferd aufmerksam den Boden hinter dem Stamm betrachten. Bei einem Stamm mit mehr als ca. 20 zentimeter Durchmesser sollte der Reiter zusätzlich den Rücken des Pferdes entlasten, indem er mehr Gewicht in den Steigbügel bringt und ansatzweise in den leichten Sitz geht. Bei niedrigen Stämen kann der Reiter zwar sitzen bleiben, sollte dann aber die Hand deutlich vorschieben, um das Oferd nicht am Absenken des Kopfes zu hindern.
  • Der Reiter darf das Pferd nicht alleine lassen/die Kontrolle aufgeben sonst könnte das Pferd kehrtmachen, sich mit den Hinterbeinen auf den Stamm stellen und stürzen.

Was tun, wenn...?

  • Bin ich nicht sicher, ob mein Pferd Baumstämme schon einmal überwunden hat, reite ich mit jemanden aus, der das Gelände kennt und schon oft über Stämme geritten ist. Ich hänge mich einfach an ihn an.
  • Das Pferd will nicht über den Baumstamm gehen: Habe ich keinen anderen Reiter mit, steige ich ab und führe es mit einem langen Führseil, das an dem Halfter unter der Trense angebracht ist, über den Stamm. Vorsichtig beim Vorausgehen: Wenn das Pferd springt, könnte es genau auf den Reiter springen, denn Pferde gehen gerne in der gleichen Spur. Ist das Führseil lang genug, bietet es sich an, das Pferd an sich vorbei über den Baumstamm zu "longieren".
  • Das Pferd hüpft über den baumstamm: Gleich wieder zurückreiten und so oft wieder über den Baumstamm, bis es gelassen darüber schreitet.